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Herzenswege sind unendlich
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Kurs im Horsemanshipcenter in Berlin/ Brandenburg

Obwohl ich mich selbst mehr in Richtung Clicker Training orientiere, hat mich die andere Seite (Training über negative Verstärkung) von je her fasziniert und interessiert. Ein Trainingsmodell, welches auf dem natürlichen Verhalten des Pferdes basiert, ist dies nicht ideal? Aus diesem Grund habe ich mich im kalten Februar dieses Jahres für ein Wochenendkurs in Brandenburg bei der Parelli Instruktorin Claudia Duif angemeldet und muss gestehen – ich war noch nie auf einem so gut organisierten und strukturierten Kurs!

Ein eisig kalter Wind durchsetzt mit winzig kleinen Eisflocken pfiff mir um die Ohren, als ich bei der Reiterpension Marlie schnell noch den Rundgang durch den Pferdestall machte und mir im nächsten Moment schon meine Tasche schnappte, um damit zum Taxi, welches mich zum Bahnhof fahren sollte, zu eilen – pardon schlittern. Mit dem Zug ging es dann nach Brandenburg, wo ich netterweise vom Bahnhof abgeholt und später auch wieder hingebracht wurde – an dieser Stelle nochmal vielen Dank dafür!

Bereits der erste Eindruck des Hofes war top: Die Pferde standen in großen Laufställen, es gab viele Weiden, eine gepflegte Reithalle und alle Pferde sahen gut umsorgt und bemuskelt aus. Der Kurs fand in einem großzügigen Seminarraum statt mit einer ordentlichen Küchenzeile, einer gemütlichen Couchecke, Bildschirm und großer Tafel. Nach der Begrüßung und einer kurzen Vorstellungsrunde sollten alle ihre Wünsche äußern, welche an eine große Tafel geschrieben wurden, u.a. „Bildung eines Vertrauensverhältnisses“, und es wurde Infomaterial sortiert und geordnet in buntem Druckpapier verteilt. Zu Anfang sind wir die Mappe einmal grob durchgegangen, sie enthielt einen Flyer, ein Heft über das Parelli Instruktor Team und über Parelli allgemein und sehr lehrreiche Infoblätter (Checkliste, Pferdepersönlichkeiten, die vier Bereiche, die Levels und die acht Parelli Prinzipien). Insbesondere über die Infoblätter und das Heft über Parelli habe ich mich im Nachhinein wahnsinnig gefreut, da sie meine Notizen wunderbar ergänzen. Ich finde, dass viel mehr Kursleiter sich darum bemühen sollten die wichtigsten Informationen des Kurses den Teilnehmern schriftlich zukommen zu lassen. Dadurch hätte man auch die Chance durchgehend zuzuschauen und aktiv teilzunehmen, anstatt immer nur mitzuschreiben und auf sein Blatt Papier zu starren. Hier nochmals ein dickes Lob für die so gut strukturierten Materialien!

Zu Beginn wurden ein paar grundlegende Sachen geklärt: Bei dem Umgang mit Pferden haben wir das Problem, dass der Mensch ein Raubtier und das Pferd ein Fluchttier ist – wie können zwei so grundunterschiedliche Wesen gemeinsam arbeiten? Die Lösung klingt einfach, wir dürfen einfach kein Raubtierverhalten zeigen, schließlich trinken auch Löwen und Zebras nebeneinander aus einem Fluss, wenn der Löwe gesättigt ist. Dies bedeutet für uns, dass wir lernen müssen unsere Emotionen, unsere Ausstrahlung und unser Energiemanagement zu kontrollieren, da z.B. Frust beim Menschen Raubtierverhalten auslöst. Dieser Punkt hat mich im Training mit meinen Pferden sehr viel weiter gebracht, da ich zuvor oft viel zu emotional mit den Pferden gearbeitet habe, viel zu hektisch war und zu wenig Ruhe ausgestrahlt habe. Die Auswirkungen davon sind grandios! Meine Pferde spiegeln inzwischen meine erbrachte Energie immer schneller und genauer, wodurch wir innerhalb von Sekunden von einem energiegeladenen Spiel in ein entspanntes Seitwärts wechseln können.

Parelli unterteilt das Training in vier Bereiche mit jeweils vier Levels: On line, Freestyle, Liberty, Finesse. Diese vier Bereiche bilden das Fundament, danach kann man sich z.B. auf Dressur, Western, Springen, Fahren, Vielseitigkeit oder Zirkuslektionen spezialisieren.
1.On line – Arbeit am Boden mit Seil
2.Freestyle – Reiten ohne ständigen Zügelkontakt
3.Liberty – Arbeit am Boden ohne Seil (frei)
4.Finesse – Reiten mit Zügelkontakt
Es wurde wiederholt betont, dass diese Reihenfolge der vier Bereiche dringend einzuhalten ist. Daraufhin machte ich den Einwand, dass ich es sinnvoller finden würde erst frei am Boden zu arbeiten (Liberty) und danach erst zu reiten (Freestyle), also den Punkt zwei und drei zu tauschen. Schließlich stammt von Parelli das bekannte Zitat „Wenn wir das Halfter abmachen bleibt nur noch eins: Die Wahrheit“, diese Wahrheit würde ich gerne wissen, bevor ich mich das erste Mal auf ein Pferd setze. Leider ist man nicht auf meinen Einwand eingegangen und auch in anderen Situationen und bei Fragen anderer Teilnehmer wurde deutlich, dass sehr extrem an den Leitlinien von Parelli festgehalten und allen anderen Ideen oder fremden Ansätzen keine Beachtung geschenkt wurde. Dies finde ich sehr schade, da ich sicher bin, dass viele Methoden gut, aber keine perfekt ist – durch einen regen Austausch der verschiedenen Seiten ( Clicker Trainer mit Horsemans, Turnierreiter mit Freizeitreitern etc.) könnte man sicherlich beide Methoden weiter verbessern und verfeinern.

An dieser Stelle möchte ich gerne alle Trainer, Pferdebesitzer oder einfach nur Pferdeliebhaber dazu auffordern nicht mit Scheuklappen durch den Stall zu laufen, sondern immer offen für andere Wege zu sein!

Parelli unterteilt den Pferdekörper in fünf Zonen:
Zone 1 der Kopf, Zone 2 der Hals, Zone 3 der Rücken/ Bauch, Zone 4 die Hinterhand und Zone 5 der Schweif – zwischen der zweiten und dritten Zone liegt die Drive Line. Wenn der Mensch Druck vor der Drive Line ausübt wird das Pferd langsamer und die Vorhand verschoben, macht er Druck hinter der Drive Line wird das Pferd schneller und die Hinterhand verschoben. Die Hinterhand ist der Fluchtmotor des Pferdes, weshalb man immer in der Lage sein sollte diese „auszuschalten“.

Das Pferd soll lernen auf kleinste Hilfen in Form von Druckausübung zu weichen, deshalb wird mit der kleinsten Druckstufe begonnen und der Druck bis zu einer Reaktion immer weiter gesteigert. Es gibt dabei vier Phasen
1. Vorschlag (wie wäre es, wenn..?) – Druck auf die Haare
2. Frage (kannst du bitte ..?) – Druck auf die Haut
3. Aussage (gehe ..!) – Muskeln
4. Versprechen (ich meine die Warnung ernst!) – Knochen
Dadurch, dass die Phasen immer konsequent eingehalten werden, lernt das Pferd schnell auf kleinste Signale hin zu reagieren und man wird dem Pferd gegenüber berechenbar, da es das nachfolgende Verhalten absehen kann. Das Pferd wird schnell Vertrauen in die menschliche Handlungen bekommen, es findet allerdings kein Dialog statt, da das Pferd nur zum stummen Befehlsempfänger wird, und falls das Pferd eine Aufgabe verweigert wird es mit Drucksteigerung dazu genötigt – letztlich resigniert bei so einem System jedes Pferd. So einem Pferd wieder Selbstbewusstsein und den Mut seine eigene Stimme zu äußern zu geben ist mit sehr viel Arbeit verbunden .. Dieses Prinzip würde ich selbst niemals für meine Pferde übernehmen bzw. in meinen Unterrichtsstunden weitertragen, da man das Pferd dadurch zu den Handlungen zwingt und es meiner Meinung nach – überspitzt gesagt - einer systematischen Vergewaltigung gleicht.
Auf die Idee auf eine weitere Drucksteigerung spätestens dann zu verzichten, wenn das Pferd Anzeichen von psychischem Stress oder Besorgnis zeigt wurde argumentiert, dass ein Abbruch der Drucksteigerung das Pferd nur Abstumpfen würde. Es wurde also der Druck systematisch immer weiter erhöht, auch wenn das Pferd durch den gesteigerten Druck Anzeichen von panischem Verhalten zeigte und nicht mehr die Chance hatte in Ruhe und rational über eine Lösung nach zu denken. Das alles wurde als vollkommen „natürlich“ dargestellt, jedoch sind wir erstens selbst keine Pferde, wir haben weder Ohren, noch einen Schweif oder Hufe um uns zu verständigen, „natürlich“ kann man unser Verhalten also schon einmal nicht nennen, zweitens hat ein sehr beeindruckender Tierfilmer Mark Lubetzki bereits nachweisen können, dass auch Pferde untereinander den Druck nicht immer weiter erhöhen, da das vor allem für Fohlen lebensgefährliche Konsequenzen haben könnte.

Hier könnt ihr einen Film dazu sehen – sehr zu empfehlen, egal welche Methode man verfolgt: Pferde-Verhalten: Fohlentreten „Wir müssen unser Verhalten nicht verstärken, sondern es verändern“

Vor dem Film hatte ich die klassische Drucksteigerung dem Pferd gegenüber nur nicht selbst durchgeführt, da ich mein Pferd als Freund ansehe, welchem ich kein Verhalten aufzwingen wollte, nach dem Film habe ich plötzlich realisiert, dass dieses Verhalten keineswegs natürlich ist. Und die Stute in dem Film ist keine Ausnahme, auch bei meinen eigenen Pferden konnte ich dieses Verhalten häufig beobachten.
Letztlich ist Clicker-Trainig mindestens genauso natürlich, wie Natural Horsemanship, sowohl in der Beziehung der Pferde untereinander, als auch in der Beziehung zwischen Pferden mit ihrer Umwelt:
Positiv verstärktes Verhalten in der Natur:
- Wenn ein Pferd im Schnee scharrt und dadurch Gras findet
-Wenn das Fohlen bei der Mutter das Euter findet und dort Milch raus kommt
Negativ verstärktes Verhalten in der Natur:
- Wenn ein Pferd beim Rennen im Schnee ausrutscht
-Wenn das Fohlen bei den ersten Gehversuchen durch falsche Sortierung der vier Beine wieder auf die Nase fällt

Der oben genannte Film hat mein eigenes Konzept auch maßgeblich geprägt, anstatt mit Druckpunkten arbeite ich mit „Berührungspunkten“. Ein Pferd reagiert auf die Berührung einer Fliege, mehr müssen wir theoretisch selbst also nie zeigen. Wenn das Pferd auf die Berührung wie gewünscht reagiert bestärke ich es positiv (bereits die kleinste Tendenz in die richtige Richtung), falls es nicht reagiert versuche ich es wie die Stute im Video anders zu erklären. Auch bei den Berührungspunkten besteht die Möglichkeit den physischen Druck zu steigern, falls man das Gefühl hat, dass das Pferd wortwörtlich noch einen kleinen Schups in die richtige Richtung braucht, jedoch niemals solange, bis das Pferd psychischen Druck, Unbehagen oder Schmerz verspürt. Ich versuche es meinen Pferden schmackhaft zu machen von einer Berührung zu weichen (Tendenz weg von der Berührung wird geclickt), ich touchiere (berühre) sie dabei also nur und steigere den Druck niemals bis hin zu Schlägen. Der feine Unterschied zwischen touchieren und schlagen liegt meiner Meinung nach gar nicht unbedingt in der Intensität, sondern in der Intention und der psychischen Auffassung des Pferdes.

Parelli unterteilt Pferde in vier verschiedene Persönlichkeiten, welche durch Umweltreize, angeborenes und erlerntes Verhalten beeinflusst wurden. Es gibt:
-LBE (Linke Gehirnhälfte, extrovertiert)
-RBE (Rechte Gehirnhälfte, extrovertiert)
-LBI (Linke Gehirnhälfte, introvertiert)
-RBI (Rechte Gehirnhälfte, introvertiert)
Die Pferde, die mehr über die linke Gehirnhälfte arbeiten reagieren rational (denkend), sie sind z.B. neugierig, dominant, aufdringlich, tolerant, sorglos und/ oder selbstsicher. Pferde, die mehr über die rechte Gehirnhälfte arbeiten reagieren instinktiv und sind z.B. schnell verängstigt, defensiv, emotional aufgeladen und/ oder unsicher. Extrovertierte Pferde zeigen ihre Emotionen sehr stark und sind hoch im Blut, während introvertierte Pferde in sich gekehrt sind und weniger Energie von sich aus zeigen. Das Ziel der Arbeit sollte laut Parelli sein die Pferde zu zentrieren, so dass es gleicher Maßen mit beiden Gehirnhälften arbeitet und gleichermaßen extro- und introvertiert ist. An dieser Stelle sollte man sich fragen, ob es wirklich „natural“ (Natural Horsemanship = natürlicher Pferdeumgang) ist den Charakter eines Pferdes verändern zu wollen, Pferde untereinander akzeptieren sich schließlich auch wie sie sind und versuchen nicht das Gegenüber zu verändern. Ich persönlich habe es als Ziel meinen Pferden Selbstbewusstsein zu geben (linke Gehirnhälfte) und extrovertiert (verspielt, aufgeweckt, eigenwillig (=eigener Willen!) und nicht misstrauisch, eingeschüchtert, zögerlich, versteift oder panisch zu sein (RBE, RBI, LBI). Jedoch versuche ich immer nur meine Pferde in ihrem Verhalten zu bestärken und ihnen mehr Sicherheit zu geben, ich will ihre ganz einmaligen und individuellen Charakterzüge nicht verschieben oder verbieten.

Bevor ich zum nächsten Punkt komme möchte ich hier noch vier Zitate mit euch teilen:
„Gewalt beginnt da wo Wissen endet“
Ein so wahrer Spruch, der meine Einstellung gegenüber vielen Pferdebesitzern geändert hat. Wenn ich das erste Mal zu meinen Kunden fahre, sehe ich manchmal grausige Szenen, wo Besitzer zu gewaltsamen Maßnahmen greifen, um ihre Pferde in den Griff zu bekommen. Am Anfang war ich empört und regelrecht wütend auf diese Menschen, inzwischen hat sich meine Sichtweise dazu geändert: Die Besitzer wissen es einfach nicht besser und sind mit der Situation oft so überfordert, dass sie sich verhalten wie ein ängstliches Tier. Wenn man diesen Leuten nun sagt, dass sie sich nicht so gewaltsam verhalten sollen, fehlt ihnen ein Alternativverhalten, genauso wenig sollte man seinem Pferd sagen „höre auf zu fressen“, sondern ihm ein anderes Verhalten schmackhaft machen. Die Lösung ist es also nicht die Besitzer zu rügen, sondern mit ihnen das eigene Wissen zu teilen, so dass sie andere Umgangsformen mit den Pferden erlernen.

„Gute Horsemans erkennt man an dem was sie benutzen und an dem was sie nicht benutzen
Mir selbst fällt es schwer zu entscheiden welche Werkzeuge ich beim alltäglichen Training benutze, einerseits liebe ich die freie Arbeit, andererseits macht man es sich dadurch zusätzlich schwer, da man auf sämtliche Hilfsmittel (Hilfsmittel sind für mich alle Gegenstände, welche man benutzt um dem Pferd zu helfen, nicht es zu etwas zu zwingen) verzichtet. Klaudia Duif hat hierbei erklärt, dass sie immer mit Knotenhalfter arbeitet, da bei weichen Halftern Pferde lernen gegen den Druck zu gehen, anstatt davor zu weichen.

„Pferde lernen durch Comfort und Discomfort“
Das gleiche Prinzip in zwei grundverschiedenen Methoden. Während Clicker-Trainer unter Comfort ein Click plus Leckerli und Discomfort das Weglassen der Belohnung verstehen, sehen Horsemans als Comfort die Pause und als Discomfort die Drucksteigerung an. Beide Methoden funktionieren nachweislich, welche soll man nun verfolgen? Ich selbst tendiere zum Clicker Training, behalte mir aber auch Elemente des Natural Horsemanships vor. Alleine schon, dass bei Parelli das gemeinsame Training nicht als Arbeit, sondern als „Spiel“ bezeichnet wird finde ich mehr als bemerkenswert und verbessert die gesamte Arbeits- bzw. Spielatmosphäre.

„Wenn die Angst geht kommt die Neugier“
Dieses Zitat entspricht einen Leitsatz von mir: Ein emotionales Pferd wird von Instinkten gesteuert und es ist nicht mehr in der Lage rational nach Lösungen zu suchen – demnach ist ein entspanntes und angstfreies Pferd Grundbedingung jeglichen weiteren gemeinsamen Handelns.

Nach dem theoretischen Teil kam es zu der Praxis, wobei ich die Chance hatte mit einem Lehrpferd die sieben Spiele durchzuführen. Die sieben Spiele sind übrigens beim Beobachten von Pferden untereinander entstanden und auch wenn ich es oben bereits erwähnt habe, die Idee die Trainingsschritte „Spiele“ zu nennen begeistert mich einfach immer wieder. Das erste Spiel ist laut Parelli kein Dominanz Spiel, welches nur die Freundschaft pflegen soll, die anderen sechs sind jedoch Spiele, wobei man das Pferd bewegt und Respekt einfordert, weshalb sie laut Parelli Dominanz Spiele sind. Respekt heißt für mich gegenseitige Rücksichtsnahme und ist meiner Meinung nach nichts was ich einfordern oder antrainieren kann, sondern etwas, was ich mir verdienen muss. Dementsprechend hat Respekt für mich nichts mit Dominanz zu tun – dominantes Verhalten ist meiner Meinung nach im Pferdetraining sowieso fehl am Platz, da es vermehrt ein „Lehrer Schüler“ Verhältnis, anstatt ein freundschaftliches Verhältnis schafft. Zum Nachlesen hat Marlitt Wendt auch ein sehr interessantes Buch geschrieben „Vertrauen statt Dominanz“, welches noch einmal genauer darauf eingeht.

Hier könnt ihr einen Blogeintrag dazu lesen – wirklich sehr lesenswert, egal welchen Weg man geht:

Das erste Spiel war das Friendly Game (Freudschaftsspiel), welches die Basis für Vertrauen, Belohnung, Entspannung und Freundschaft darstellen soll. Dabei wird nichts vom Pferd verlangt, es ist also laut Parelli kein Dominanz Spiel und soll dem Pferd Comfort in jeder Situation schaffen (z.B. Putzen, Scheren, Satteln etc.). Die Umsetzung davon ist es das Pferd mit dem Stick und dem Seil überall zu berühren und abklopfen zu können, ohne dass dies Abwehrreaktionen zeigt.
Kurz nach der Teilnahme an dem Kurs habe ich das Buch „Zwischen Himmel und Erde“ gelesen und war über mein eigenes naives Verhalten geschockt. Wir dringen in jegliche Privatsphäre des Pferdes ein. Falls es wo nicht berührt werden will sollten wir die Berührung aufrechterhalten bis es stehen geblieben – resigniert – ist. Abwehrreaktionen und deutliche „Neins“ wurden einfach übergangen – würde man so ein Verhalten einem Menschen gegenüber zeigen, wäre man schon lange im Gefängnis. Meine Pferde lassen sich überall von mir berühren, aber nicht weil ich ihnen meine Berührungen aufgezwungen habe, sondern weil ich langsam ihr Vertrauen gewonnen und sie meine Berührungen zu genießen gelernt habe. Freundlich kann man meiner Meinung nach dieses Spiel nicht bezeichnen.

Das Buch „Zwischen Himmel und Erde“ von Live Bonnevie bitte unbedingt lesen, es hat mich persönlich zum Umdenken gebracht!

Das zweite Spiel Porcupine Game (Stachelschweinspiel) soll das Pferd lehren von stetigem Druck zu weichen, dies kann man zum Beispiel beim Hufe geben oder Kopfsenken verwenden. Bei dem Kurs sollten die Pferde auf Druck auf die Nase oder Brust rückwärtsgehen, auf Druck am Halsansatz die Vorhand wenden, bei Druck vor der Flanke die Hinterhand wenden, auf Druck auf das Genick den Kopf senken und auf Druck an der Kastanie die Hufe geben. Die einzelnen eingebauten „Punkte“ finde ich anatomisch gesehen sehr sinnvoll gewählt und habe sie selbst größtenteils übernommen, bloß in Form von Berührungspunkten, anstatt Druckpunkten (siehe oben).

Bei dem Driving Game (Fahrspiel) soll das Pferd lernen rhythmischem Druck zu weichen. Wenn das Pferd hierbei zum Beispiel rückwärtsgehen soll wird das Seil solange geschüttelt, bis es dem Pferd „um die Ohren schlägt“ und es wie gewünscht nach hinten weicht (erst wird nur der Finger geschüttelt, dann die Hand und am Ende der Arm), bei der Hinterhandwendung wird der Stick in kreisenden Bewegungen auf die Vorhand des Pferdes zubewegt, bei der Vorhandwendung wird der Stick auf die Hinterhand des Pferdes zubewegt und das Pferd bei fehlender Reaktion mit steigender Intensität touchiert. Bei Pferden die beispielsweise aus gesundheitlichen Gründen keine Leckerlis dürfen, Besitzern die keine Leckerlis verwenden wollen oder Pferden, bei denen ich selbst es nicht ratsam finden würde sie beim Training zu füttern habe ich dieses Spiel in abgeschwächter Form weiterempfohlen, jedoch nur, wenn das Pferd dazu psychisch in der Lage ist und dies sachlich und nicht emotional auffasst. Zusätzlich wurde das Verhalten neben dem „Druck weg“ auch mit Streicheleinheiten und Stimmlob bestärkt und der Druck zwar soweit erhöht, bis er störend, jedoch nicht schmerzhaft wurde. Ein Pferd hat dabei Abwehrreaktionen gezeigt (Kopf schütteln), wonach wir den Druck auch nicht weiter gesteigert, sondern andere Wege gesucht haben es dem Pferd zu erklären. Die Anwendung von Druck ist ein schwieriges Thema, da man es nicht aus dem alltäglichen Leben streichen kann. Alleine schon beim Putzen oder Massieren übe ich physischen Druck auf das Pferd aus. Physischer Druck an sich ist nichts Schlimmes und wenn wir unser Pferd mal freundlich zur Seite schieben ist dies auch vollkommen okay, schlimm wird es erst, wenn der physische Druck Schmerzen verursacht und psychischen Druck ausübt. Deshalb bin ich auch gegen die strikte Drucksteigerung, welche über die persönliche psychische- und Schmerzens-grenze hinaus gesteigert wird. Wenn man jedoch zur Verdeutlichung der Hilfe den Druck ein wenig steigert, um der Frage mehr Nachdruck zu verleihen oder das Pferd nochmals an die Frage zu erinnern, finde ich dies vollkommen legitim.

Als Beispiel wieder meine eigenen Pferde: Als eine Osteopathin sie behandeln wollte haben sie bei jeder kleinsten Berührung Stressreaktionen gezeigt, sie hatten kein Vertrauen in diese fremde Person und wollten sich von ihr nicht berühren lassen, obwohl sie kaum physischen Druck ausgeübt hat, haben beide enormen psychischen Druck gehabt. Wenn ich mit meinen beiden trainiere, suchen sie auf die gleiche Menge physischen Druck noch ganz rational nach einer Lösung ohne Stress zu empfinden. Es ist also grundsätzlich von vielen verschiedenen Faktoren abhängig, wie weit Druck legitim oder fair dem Pferd gegenüber ist. Als Hilfe finde ich ihn immer okay und wenn Leute eine Drucksteigerung zur Erläuterung verwenden finde ich es auch in Ordnung, solange sie spätestens an dem Punkt aufhören, wo das Pferd emotional wird. Das ist auch das, was ich versuche meinen Reitschülern mitzugeben, egal wie sie arbeiten wollen, mit Leckerlis oder ohne, mit dem Clicker oder eher nach Parelli, es kommt nicht auf die Methode oder die Anwendung oder Vermeidung von Druck an, sondern darauf die Psyche des Pferdes nicht zu belasten und immer im Sinne des Pferdes zu handeln.

Das vierte Spiel ist das Jojo Game (Schaukel – Vor und Zurück auf einer geraden Linie), wobei das Pferd auf Kommando hin rückwärts von einem weg und danach wieder auf einen zu kommen soll. Um das Pferd rückwärts zu treiben wird das Seil wieder mit aufsteigendem Druck geschüttelt, um es zu einem zu holen wird der Strick „gekämmt“ (in fließenden Bewegungen aufgenommen). An dieser Stelle haben wir auch das Führen geübt, wobei das Pferd hinter uns bleiben sollte. Ganz nach dem Zitat

„Gehe nicht hinter mir, vielleicht führe ich nicht. Gehe nicht vor mir, vielleicht folge ich nicht. Geh einfach neben mir und sei mein Freund.“

Albert Camus

bevorzuge ich im allgemeinen die Position neben dem Pferd. Zum Einen macht das die „Gleichstellung“ und das freundschaftliche Verhältnis deutlich, zum Andern habe ich von da aus die Mimik des Pferdes am besten im Blick. Jedoch bin ich auch hierbei nicht strikt, sondern mache es sehr stark von meinem Pferd und der Beziehung zu diesem abhängig. In vom Pferd als gefährlich eingestuften Situationen gehe ich zum Beispiel gerne selbst voraus, wenn mein Jungpferd sprudelnd vor Energie es gar nicht abwarten kann um die nächste Ecke zu schauen, lasse ich sie auch gerne mal vorgehen. Im Allgemeinen lasse ich unsichere Pferde oft hinter mir laufen, wenn sie sich dort sicher fühlen und versuche sie mit wachsenden Selbstvertrauen immer mehr voran gehen zu lassen. Aber auch hier würde ich keine strengen Vorgaben machen, an welche man sich halten sollte, sondern jedem Empfehlen so zu handeln wie er sich wohl fühlt.

Das Circling Game haben wir in dem Kurs im praktischen Teil leider nicht durchgeführt. In der Theorie wurde jedoch erklärt, dass dabei das Pferd die Verantwortung übernehmen soll, um einen herum zu laufen. Man trabt also das Pferd zum Beispiel nur einmal an und verharrt dann selbst, dass Pferd soll weiter um einen herum laufen, bis man den nächsten Befehl gibt. Von der Idee hört sich das Circle Game super an, da man das Pferd nicht kontinuierlich mit Befehlen bombadiert, sondern nur Signale gibt und das Pferd durch die Eigenverantwortung selbst zum Mitdenken angeregt wird. Meine beiden Ponys lasse ich inzwischen frei nebeneinander um mich herum „circlen“, wobei es egal ist ob ich mich mit drehe oder mich entgegengesetzt ihrer Laufrichtung bewege. Leider fangen sie nach wenigen Runden an fast roboterhaft eine Runde nach der anderen zu laufen, ohne das eine Kommunikation stattfindet, deshalb finde ich es hierbei sehr wichtig, dass auch Pferde die in eigener Verantwortung laufen immer veränderbar bleiben und in ihrem Verhalten positiv bestärkt werden.

Beim Sideways Game (Seitwärts Spiel) müssen wir vorher in der Lage sein die Vor- und die Hinterhand separat zu bewegen, dann können wir die Hilfen zum einen seitlich zu mir hin oder seitlich von mir weg kombinieren. Wir haben die Übung dabei am Anfang an der Bande gemacht, um den Vorwärtsdrang des Pferdes zu blockieren. Das Seitwärts aus der Spiegelung und Synchronisierung zu erarbeiten finde ich die elegantere Variante, jedoch ist die Kombination der Vor- und Hinterhandwendung zum Seitwärts sicher die einfachere Lösung es dem Pferd zu erklären und gerade bei Pferden mit denen ich noch nicht viel gearbeitet habe verwende ich diesen Weg immer wieder gerne, jedoch baue ich den Druck bevorzugt mit der Hand und nicht mit der Gerte auf. Beim Kurs hat ein Pferd nicht verstanden, dass es seitwärts gehen sollte, weshalb der Druck immer weiter und weiter gesteigert wurde. Am Ende ist das Pferd mit hochgerissenem Kopf und rollenden Augen zwei Schritte seitwärts getorkelt – muss so eine Drucksteigerung wirklich sein?

Das letzte Spiel ist das Squeeze Game (Engpass Spiel), wobei das Pferd seine Platzangst überwinden soll, indem es Engpässe von oben, unten, rechts und links überwinden muss. Es gab zum Beispiel als seitlichen Engpass Tonnen und als Engpass von unten Planen und Podeste, welche Pferde selbstständig überwinden sollten. Mit der Hand wurde dem Pferd am langen Seil der Weg durch den Engpass gezeigt und mit dem Stick hinten getrieben. Nach Bewältigung des Hindernisses sollte sofort die Hinterhand rausgefragt werden, damit das Pferd nicht davon stürmt, sondern sich einem zuwendet (Hinterhand weicht von einem  Vorhand wendet sich einem zu). Die Idee dem Pferd seine natürliche Platzangst zu nehmen finde ich sehr lobenswert, jedoch fördert es nicht die Beziehung, wenn man das Pferd voraus schickt und in der Gefahrenzone alleine lässt. Stattdessen bevorzuge ich es Engpässe mit dem Pferd gemeinsam zu bewältigen und zwar immer nur soweit, wie es sich das Pferd selbst zutraut und eine ruhige Arbeitsatmosphäre gesichert ist.

Am Ende des Kurses haben wir noch Muster erarbeitet, welche dem Pferd Selbstvertrauen und Vertrauen zum Menschen geben sollen. Es sind letztlich immer gleich bleibende Figuren, welche nach spätestens sieben Wiederholungen etabliert sein sollten, wodurch das Pferd immer weiß, was als nächstes kommt und was es als nächstes tun soll und dadurch nicht voller Ungewissheit auf das nächste Kommando warten muss. Das dies also Selbstvertrauen schaffen soll klingt logisch, aber man muss auch beachten, dass es für das Pferd ein sehr eintöniges Training bedeutet, wo es keineswegs geistig gefördert wird.
1. Muster: Touch it (Berühre es)
Hierbei ist es wichtig, dass man dem Pferd viel Raum zum Experimentieren gibt und man selbst Abstand behält. Das Pferd soll den Gegenstand zum Beispiel mit der Nase oder den Huf berühren. Durch Fokussierung macht man das Pferd auf den Gegenstand aufmerksam, wobei wir neben den Pferden mit einer Hand auf dem Widerrist gehen sollten. Fokussierung ist inzwischen ein wichtiger Grundbaustein in meinem alltäglichen Training geworden, vorher habe ich meinem eigenen Blick kaum Beachtung geschenkt, dabei ist es ein so wichtiges Hilfsmittel, da es sowohl die Mimik, das Energielevel, die Körpersprache als auch die Ausstrahlung mit beeinflussen kann, wohin der eigene Blick schweift. Eines von vielen Sachen, die ich aus diesem Kurs mit nach Hause nehmen durfte
2. Muster: Acht Figur
Hierbei wurde das Pferd um zwei Pylone in Form einer Acht herum longiert, wobei man selbst einen Platz etwas außerhalb zwischen den Pylonen eingenommen hat und das Pferd mittels Stick, Strick und Körpersprache dirigieren sollte. Auch dieses Muster habe ich in mein Training übernommen, da es auch einen enormen gymnastischen Effekt hat, beide Seiten gleich trainiert werden und man ab einem bestimmten Level auch den fliegenden Galoppwechsel zwischen den Pylonen einbauen kann.
3. Muster: Weef (Slalom)
Bei dem letzten Muster sollten die Pferde im Slalom um Hütchen herum laufen, diese Übung hat neben der Förderung der Aufmerksamkeit ebenfalls einen enormen gymnastizierenden Effekt. Bei dem Parelli Kurs selbst wurde die gymnastizierende Wirkung der einzelnen Punkte nicht angesprochen, was jedoch so auch genau richtig war, da dies nicht der Kursschwerpunkt war und sonst die Aufnahme und Zeitkapazität sicherlich gesprengt hätte.

Fazit

Ein guter Natural Horseman/ Pferdeflüsterer braucht dem Pferd keine „großen“ Befehle zu geben, in Form von lauten Stimmsignalen, starkem Schenkeldruck oder starkem Zügelzug, sondern er kann dem Pferd etwas zuflüstern und es reagiert bereits auf kleinste Signale. Dies funktioniert durch die Drucksteigerung bis zu einer Reaktion, wodurch das Pferd schnell lernt auf die kleinste Druckstufe zu reagieren, um weiteren Druck und damit einhergehenden Schmerz und Stress zu vermeiden. Wenn ein Pferd zum Beispiel rückwärtsgehen soll fängt man mit kleinem Druck an und steigert diesen bis es richtig reagiert. Bei der ersten Bewegung in die richtige Richtung hört der Druck auf.

Die Idee von Parelli hat die Welt der Pferde um ein großes Stück besser gemacht, da die Pferde nicht mehr unkontrolliert in die richtige Position gezwängt werden, sondern ein System besteht, wodurch die Pferde schnell wissen, was auf sie zukommt. Bei dieser Methode wird auch das erste Mal auf die Pferdesprache eingegangen, indem versucht wird das Verhalten der Pferde zu imitieren. Wenn beispielsweise ein ranghöheres Pferd dahin möchte, wo ein rangniedrigeres steht, dann wird es zuerst die Ohren anlegen und danach erst zu Zwicken, so wie ein Horseman beispielsweise erst das zu weichende Körperteil fokussiert und danach erst touchiert.

Ein entscheidender Punkt der mir aber bei vielen Interpretationen des Natural Horsemanships fehlt ist es dem Pferd eine Stimme zu geben. Bei dem System vieler Horsemans und Pferdeflüsterer folgt ein Befehl dem anderen. Das Pferd wird zum unmündigen Befehlsempfänger und nicht zum gleichberechtigten Gesprächspartner. Ein zweiter Punkt ist der, dass das Pferd alles aus Zwang tut um dem stärkeren Druck entgehen zu können und zumindest anfänglich nicht aus Freude an der gemeinsamen Arbeit. Außerdem muss man sich fragen, ob es wirklich natürlich ist nur über negative Verstärkung (Druckaufbau bis zur Reaktion) zu arbeiten. Wenn ein Wildpferd im Schnee mit dem Huf scharrt und es dadurch an Gras gelangt wurde sein Verhalten positiv verstärkt – man kann also sowohl die Arbeit über positive, als auch die Arbeit über negative Verstärkungen als „natürlich“ ansehen.

Bitte versteht die Kritik an dem System von Parelli nicht falsch, der Kurs war top, gut strukturiert, informativ und hat das Prinzip von Parelli wunderbar erläutert. Ich würde diesen Kurs jedem weiterempfehlen und es war für mich wirklich eine tolle Erfahrung. Vor allem die Drucksteigerung ohne Beachtung möglicher psychischer Belastungen des Pferdes, ist sehr gegensätzlich zu meinen eigenen Methoden und auch der Dominanzgedanke dahinter entspricht nicht meiner Trainingsphilosophie. Ich schätze aber alle Leute die nach Parelli arbeiten, da sie sich Gedanken darüber machen artgerecht und natürlich mit ihren Pferden umzugehen. Parelli und Natural Horsemanship ist für mich der erste Schritt in die richtige Richtung – der zweite ist es dem Pferd eine Stimme zu geben. Dies erinnert mich an einen sehr schönen Moment bei dem Parelli Kurs: Dem Schimmel hat es anscheinend unter dem Schweif gejuckt, weshalb er die Stelle Klaudia Duif gezeigt hat und sich anschließend genüsslich von ihr hat kraulen lassen. In diesem Moment hat ein wunderbarer Dialog stattgefunden, solche Sachen sollten im Kurs viel mehr Beachtung geschenkt werden.

Ayrin Piephoh
Ayrin Piephoh
21 Jahre jung, Veterinärmedizin Studentin, Verhaltenstrainerin für Pferde und kommt aus Niedersachsen, nähe Hannover

2 Comments

  1. Hallo Ayrin,

    vielen Dank für Deinen Kommentar auf meiner Seite 🙂 Ich habe inzwischen auch ein bisschen auf Deiner Seite rumgestöbert und was ich lese gefällt mir sehr gut!
    Mein Parelli-Bericht ist ja schon Recht alt, aber ich ich bin in meinen Ansichten bisher weiterhin nur verstärkt worden. Meinem eigenen Pferde würde das System vermutlich zunächst sehr viel Sicherheit geben und dann würde er schlicht weg abstumpfen, etwas was ich mir niemals wünschen würde. Dann doch lieber mit seiner oft gezeigten Unsicherheit gerne leben und dabei ein fröhliches und neugieriges Pferd an seiner Seite habe.

    Liebe Grüße
    Saskia

    • Hallo Saskia,

      das freut mich wirklich sehr, ich bin selbst schon länger fleißiger Leser deines Blogs! 🙂

      Ich denke, dass Parelli sicherlich auch nicht die einzige Technik ist, die dem Pferd Sicherheit gibt. Ein klares Verhalten, eine ruhige Ausstrahlung und ein selbstbewusstes Auftreten geben sicherlich genauso Sicherheit, wie das Training über Druck Aufbau. Und auch, wenn man beispielsweise über Clicker Training arbeitet, schließt das nicht aus, dass man dem Pferd trotzdem seine Führung anbieten und es bei Unsicherheiten unseren Schutz in Anspruch nehmen kann.
      Ich habe dazu vor kurzen einen tollen Spruch gelesen, der besagt hat, dass es immer etwas geben wird, wovor das Pferd mehr Angst hat als vor uns und deshalb jegliches Training über Druck Aufbau und Strafe uns nicht so viel Sicherheit geben kann, wie ein Training, welches auf gegenseitigem Respekt und Vertrauen beruht 🙂

      Ganz liebe Grüße,
      Ayrin

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