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Von Wildpferden zu Hauspferden

Maksida Vogt
1. Dezember 2017
Füttern á la Wildpferde
1. Februar 2018
Die Wildpferde hatten kein Problem mit übermäßigem Insektenbefall. Zum einen gingen sie den Insekten aus dem Weg, indem sie während der Mittagshitze im schattigen Wald dösten und nur abends/ nachts/ morgens auf offener Fläche grasten. Zum anderen wälzten sie sich nach dem Wasserbad am Vormittag in der Erde und bildeten damit eine Insekten Schutzschicht auf ihrem Fell.
 
Anstatt chemische Insektenschutz zu benutzen können wir den Tagesablauf unserer Pferde anpassen und sie nachts auf die Weide lassen, anstatt im Sonnenschein. Außerdem sollten wir darauf achten, dass wir die insektenschützende Dreckschicht auf und unter dem Fell nicht durch übermäßiges Putzen beschädigen
 
Die Wildpferde bewegten sich auf einer Fläche von 100 km². Sie wanderten den ganzen Tag und hatten feste Orte für bestimmte Tätigkeiten: Einen Platz zum Wälzen, Berge zum Grasen, Wälder zum Schlafen. Zwischen den verschiedenen Plätzen müssen sie mehrere Kilometer laufen.
 
Dieses Konzept wird in Aktivställen wunderbar aufgegriffen, wo die Trinkstelle und der Unterstand zum Beispiel nicht neben einander stehen, sondern am anderen Ende der zur Verfügung stehenden Fläche.
 
Die Pferde hatten eine dynamische Herdenstruktur. Fohlen in allen Altersklassen, die von den älteren lernen können, unterschiedlich viel Stuten und einen Hengst. Manchmal liefen noch Junghengste in der Herde mit, die sich noch nicht einer Junggesellengruppe angeschlossen hatten. Die Herden waren jedoch nicht isoliert, sondern bildeten eine kleine Einheit eines größeren Systems. Die Herden untereinander standen miteinander in Verbindung und grasten und wanderten oft gemeinsam.
 
In der Pferdehaltung ist es wichtig Fohlen mit älteren Pferden gemeinsam aufwachsen zu lassen, damit sie von diesen lernen können und gemischte Herden von Wallachen und Stuten zu fördern. Außerdem kann meiner Meinung nach eine Herde gar nicht groß genug sein (bei ausreichendem Platz), weil sich ab einer bestimmten Größe in einer großen Pferdegruppe wieder kleinere Einheiten von Pferdeherden bilden
 
Die Pferde verfolgen einen regelmäßigen Tagesrhythmus, wo sie feste Schlafenszeiten (mittags) und aktivere Phasen (abends/ nachts/ morgens) haben.
 
Der ideale Zeitpunkt zum Trainieren ist morgens oder abends und nicht während der Mittagszeit.
 
Die Pferde fressen neben dem Gras eine Unmenge an Kräutern, Wurzeln, Knollen, Knospen, Moosen Rinden und Erden.
 
Eine vielfältige Weide mit vielen verschiedenen Pflanzen ist für unsere Pferde ideal. Da unsere Weidefläche sehr begrenzt ist gehe ich zusätzlich viel mit meinen Pferden in den Wald und lasse sie sich dort ihre Kräuter, Blätter und Erden zusammensuchen.
 
Ayrin Piephoh
Ayrin Piephoh
21 Jahre jung, Veterinärmedizin Studentin, Verhaltenstrainerin für Pferde und kommt aus Niedersachsen, nähe Hannover

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